2026-05-12 06:00Press release

Historischer Raddampfer De Majesteit sucht neuen Eigentümer: kehrt ein Stück deutscher Rheinschifffahrtsgeschichte zurück an den Rhein?

Raddampfer De MajesteitRaddampfer De Majesteit

Rotterdam, 12. Mai 2026 – Kurz vor ihrem 100-jährigen Jubiläum steht die historische Raddampferin De Majesteit vor einem neuen Kapitel. Das Schiff, das 1926 in Deutschland als Rheinland für die damalige Dampfschiffahrts-Gesellschaft für den Nieder- und Mittelrhein in Düsseldorf gebaut wurde, wird über Troostwijk Auctions zum Verkauf angeboten. Nach mehr als 30 Jahren Eigentümerschaft möchten Klemens und Christine Key ihr Lebenswerk an einen neuen Eigentümer übergeben.

Damit kommt nicht nur ein außergewöhnliches Veranstaltungsschiff auf den Markt, sondern ein einzigartiges Stück deutscher und europäischer Schifffahrtsgeschichte. Denn De Majesteit ist bis heute mit originalem Dampfantrieb unterwegs. Auf dem Rhein selbst ist inzwischen kein mit Dampf betriebener Schaufelraddampfer mehr im regulären Einsatz zu finden. Das bekannte KD-Schaufelradschiff Goethe wurde auf Dieselantrieb umgerüstet. Vor diesem Hintergrund könnte eine Rückkehr der früheren Rheinland an ihren Ursprung am Rhein kaum symbolträchtiger sein – gerade in dem Jahr, in dem die Köln-Düsseldorfer Deutsche Rheinschiffahrt ihr 200-jähriges Bestehen feiert.

Gebaut in Deutschland für die große Zeit der Rheinschifffahrt

Die heutige De Majesteit wurde am 28. Januar 1925 von der DGNM in Düsseldorf bei der Gebrüder Sachsenberg AG in Köln-Deutz bestellt. Es war der erste Neubau eines Passagierschiffs der Gesellschaft nach dem Ersten Weltkrieg. Am 12. August 1925 wurde der Kiel gelegt, am 1. Mai 1926 fand die Jungfernfahrt statt – in Anwesenheit des DGNM-Vorsitzenden Otto Henkell und zahlreicher Ehrengäste.

Das Schiff wurde als luxuriöser Zweideck-Salondampfer für die wachsende Nachfrage nach Passagierfahrten auf dem Rhein gebaut. Unter dem Namen Rheinland verkehrte es auf dem Nieder- und Mittelrhein und war eng mit Städten wie Düsseldorf, Köln, Mainz und Rüdesheim verbunden. Später wurde das Schiff in Rüdesheim umbenannt.

Mit einer ursprünglichen Kapazität von bis zu 2.500 Passagieren war die Rheinland ein Symbol für die aufblühende Passagierschifffahrt der 1920er-Jahre. An Bord gab es unter anderem einen Friseursalon, eine Kombüse und ein Restaurant, in dem Reisende für 1,65 DM ein Tagesgericht bestellen konnten.

Originaler Dampfantrieb, 750 PS und authentische Schaufelräder

Für technisch interessierte Käufer, Denkmalpfleger und Liebhaber historischer Schifffahrt ist vor allem die weitgehend erhaltene Technik außergewöhnlich. De Majesteit wird bis heute von einer originalen schrägliegenden Zweizylinder-Verbunddampfmaschine der Gebrüder Sachsenberg aus Roßlau angetrieben. Die Maschine leistet rund 750 PS und treibt bei etwa 38 Umdrehungen pro Minute zwei große seitliche Schaufelräder mit einem Durchmesser von jeweils 3,66 Metern an.

Gerade diese Kombination aus originalem Dampfantrieb, authentischen Schaufelrädern, historischer Silhouette und moderner Nutzung macht das Schiff in Europa so selten. Eine Raddampferin dieser Größe, die tatsächlich noch unter Dampf fährt, lässt sich heute nicht einfach neu bauen. Sie ist technisches Kulturgut, schwimmendes Denkmal und betriebsfähiges Veranstaltungsschiff zugleich.

Ein Schiff mit bewegter deutscher Geschichte

Die Geschichte der ehemaligen Rheinland spiegelt fast ein Jahrhundert europäischer Geschichte wider. Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Schiff zunächst weiter für Fracht- und Passagierdienste eingesetzt. In der Nacht zum 28. April 1942 wurde es durch eine Brandbombe beschädigt. Nach der Reparatur diente es zeitweise als Hospitalschiff in Kaiserswerth. Am 12. März 1945 wurde das Schiff durch Beschuss amerikanischer Truppen versenkt. Wenige Monate später brannte der schwer beschädigte Rumpf weiter aus.

1946 wurde das Schiff gehoben und 1947 nach Düsseldorf überführt. Anfang der 1950er-Jahre begann der Wiederaufbau. Die Kosten lagen damals bei rund einer Million DM. Am 28. Juni 1951 wurde die Rheinland feierlich wieder in Dienst gestellt und anschließend im Schnellfahrdienst zwischen Köln und Mainz eingesetzt. Zeitweise verfügte das Schiff sogar über ein Schiffspostamt mit Telefonverbindung.

Auch die populäre Kultur gehört zur Geschichte des Schiffs. Bereits in den 1930er-Jahren war die Rheinland Teil der deutschen Filmgeschichte: Sie spielte eine Rolle in der Rhein-Komödie „Lachende Erben“ mit Heinz Rühmann. Ende der 1950er-Jahre kam internationale Bekanntheit hinzu, als an Bord Szenen für den Elvis-Presley-Film G.I. Blues gedreht wurden.

Vom vernachlässigten Rheinschiff zum schwimmenden Kulturerbe

In den 1970er-Jahren stiegen die Unterhaltskosten für historische Dampfschiffe stark an. Moderne, effizientere Motorschiffe verdrängten nach und nach die letzten großen Raddampfer. Nach Reparaturen an Maschine, Kessel und Schiffsboden wurde die damalige Rüdesheim schließlich aus dem aktiven Dienst genommen. Nach einigen Jahren als schwimmendes Restaurant in Köln lag das einst stolze Schiff im Werfthafen Köln-Niehl und verfiel zunehmend.

1993 entdeckten Klemens und Christine Key das Schiff. Sie sahen nicht nur den schlechten Zustand, sondern vor allem das Potenzial: ein einzigartiges Stück deutscher Rheinschifffahrtsgeschichte, das gerettet werden konnte. Es folgte eine sechsjährige Restaurierung, in die rund 60.000 Arbeitsstunden und etwa 8 Millionen Gulden investiert wurden.

Seit 1999 liegt das Schiff in Rotterdam und ist dort als De Majesteit eine bekannte und beliebte Veranstaltungs- und Fahrgastlocation. In mehr als einem Vierteljahrhundert wurde sie zu einem festen Bestandteil des Rotterdamer Stadtbilds, ohne ihre deutsche Herkunft und technische Identität zu verlieren.

„Wir haben dieses Schiff bewahrt. Jetzt ist es Zeit, es weiterzugeben.“

Für Klemens und Christine Key ist der Verkauf kein erzwungener Abschied, sondern eine bewusste Entscheidung. Nach mehr als drei Jahrzehnten Restaurierung, Betrieb und Pflege möchten sie De Majesteit in gutem Zustand an eine neue Generation übergeben.

„Dieses Schiff hat unser Leben geprägt“, sagt das Ehepaar. „Wir haben es mit großer Leidenschaft restauriert, betrieben und bewahrt. Aber ein 100-jähriges Jubiläum ist auch ein Moment der Reflexion. Jetzt ist die Zeit gekommen, das Schiff an jemanden weiterzugeben, der seine historische, technische und kulturelle Bedeutung versteht.“

Für die Eigentümer geht es deshalb nicht nur um den Verkauf eines Schiffs. Sie suchen einen Käufer, der die kommerziellen Möglichkeiten erkennt, aber auch den Charakter und die Geschichte respektiert. De Majesteit kann weiterhin als fahrende Eventlocation, in der Hospitality, im Tourismus oder im Kulturerbe-Kontext genutzt werden. Eine Rückkehr an den Rhein, wo ihre Geschichte begann, wäre aus Sicht der Eigentümer ein besonders naheliegendes und symbolisches neues Kapitel.

Eine seltene Chance für Unternehmer, Investoren und Kulturerbe-Initiativen

De Majesteit ist heute rund 82 Meter lang und verbindet historische Technik mit zeitgemäßer Infrastruktur. Hinter den Salons, Bars und Decks arbeitet noch immer der Dampfantrieb, der dem Schiff seine Seele gibt. Gleichzeitig erfüllt das Schiff moderne Anforderungen an Sicherheit, Komfort und Betrieb. Die kürzlich verliehene internationale Green Award-Auszeichnung unterstreicht die hohen Standards an Bord.

Damit richtet sich die Verkaufschance nicht nur an klassische Schiffseigner. Auch Betreiber von Erlebnisgastronomie, Flusskreuzfahrt- und Tourismuskonzepten, Museen, Stiftungen, Städte, Investoren oder Kulturerbe-Initiativen könnten mit De Majesteit ein einzigartiges Projekt entwickeln.

„Ein Schiff wie dieses kommt praktisch nie auf den Markt“, so Klemens und Christine Key. „Man kann einen solchen Raddampfer heute nicht einfach neu bauen. Deshalb hoffen wir auf einen neuen Eigentümer, der spürt, welchen Wert dieses Schiff wirklich hat.“

Über die Auktion

Der historische Raddampfer De Majesteit wird über Troostwijk Auctions in einem geschlossenen Verkaufsverfahren angeboten. Dabei wird gezielt nach einem Käufer gesucht, der neben den wirtschaftlichen Möglichkeiten auch den historischen und kulturellen Wert des Schiffs erkennt.

Interessenten erhalten über Troostwijk Auctions weitere Informationen zum Verkaufsprozess, zu Besichtigungsmöglichkeiten und zur verfügbaren Dokumentation. Die Auktion startet am Dienstag, den 12. Mai um 16:00 Uhr Ortszeit; Gebote sind ab dem 17. Mai möglich. In der kommenden Zeit ist De Majesteit noch bei ausgewählten Veranstaltungen zu erleben, unter anderem bei Dordt in Stoom.



About Troostwijk Auctions

Über Troostwijk Auctions
Troostwijk Auctions ist Teil von TBAuctions, Europas führender Industrieauktionsgruppe mit einem Multi-Brand-Portfolio digitaler B2B-Auktionsplattformen. Mit einer 95-jährigen Geschichte hat sich das Unternehmen von einem traditionellen Auktionshaus zu einem europäischen Marktführer für Online-Auktionen von Industrieanlagen und Betriebsmitteln entwickelt.

Troostwijk Auctions ist davon überzeugt, dass alles einen Wert hat. Über die digitale Auktionsplattform wird lokales Angebot mit globaler Nachfrage verbunden. Auf diese Weise erhalten Maschinen, Geräte und andere Industriegüter ein zweites Leben, und die Lebensdauer von Vermögenswerten wird verlängert. Damit trägt das Unternehmen aktiv zu einer stärker zirkulären Wirtschaft bei.

Jährlich werden mehr als 1 Million Lose versteigert. Die Plattform verzeichnet rund 4 Millionen Besuche pro Monat. Mit lokalen Branchenspezialisten in ganz Europa und Käufern in mehr als 175 Ländern spielt Troostwijk Auctions eine wichtige Rolle beim effizienten, transparenten und nachhaltigen Handel mit gebrauchten Industriegütern.

Weitere Informationen: www.troostwijkauctions.com


Contacts

Martine Binnema
Brand & PR Manager Benelux & Continental
Martine Binnema